09/03/2019

Wer wahnsinnig gerne zeichnet, malt, oder einfach gerne am Papier nachdenkt, ist als TattoozeichnerIn gar nicht so nicht falsch unterwegs. Eigentlich im Gegenteil „zwar werden Tattoo Zeichnerinnen sehr oft zum Tätowierer ausgebildet, das ist in meinem Fall zum Beispiel auch sehr anders“.
Dora hat keine Ausbildung zum Tattoo Künstler gemacht, stattdessen hat sie verschiedene Architektur- bzw. Kunstschulen besucht, hat ein Diplom zum bautechnischen Zeichner erworben und hat sich auch mal als Freizeitmalerin ausprobiert.
Letztlich hat aber die Kunst des Freihandzeichnens ihr scho immer am meisten gegeben.
Wer seine Leidenschaft und Begabung heutzutage zum Beruf machen will, der hat eine Vielzahl an Möglichkeiten, erzählt sie. „In den letzten Jahren haben Tattoos einen richtigen Boom erlebt“. Dabei lautet das Motto „Tätowierungen sind angesagt und bleiben in, doch statt Massen-Tattoos geht es immer mehr um die individuelle Selbstverwirklichung“.

Ein gut frequentierter Tätowierer hat oft unglaublich viele Aufträge und dementsprechend limitierte Zeit um Wünsche bezüglich Motiventwürfen zu erfüllen, erklärt Dora. Man kommt als Zeichnerin also hier, ein Schritt vor dem eigentlichen Besuch im Tattoo-Studio ins Spiel. Man tritt durch das Studio mit KundInnen in Kontakt, bekommt die ersten Ideen und fängt an verschiedene Designs aufs Papier zu bringen. Dann wird viel gemeinsam diskutiert und an Style, Form, Größe für die weiteren Sketches gearbeitet. „Obwohl Motive aufs Papier zu bringen alles andere als einfach ist, ist das ist aber auch definitiv keine  Arbeit für mich“. Dora beschreibt es als schönen Prozess, in dem man neben künstlerischer Begabung auch Empathie, Geduld und Sorgfalt mitbringen sollte. Heutzutage kann man mit Tattoos fast alles abbilden und ausdrücken. Die Motive können viele unterschiedliche Funktionen und in verschiedenen Kulturkreisen sehr unterschiedliche Bedeutungen haben! Ihrer Meinung nach sind Tätowierungen eine Ausdrucksmöglichkeit zur exklusiven Selbstdarstellung.

Dora empfiehlt eine kulturübergreifende Recherche zu den jeweiligen Motiven bevor man es sich tatsächlich stechen lässt um „the no way out“ zu vermeiden. Ihre Stories diesbezüglich erzählt Dora immer gerne während des Seeanoli-Tages.  Wer Lust und Interesse hat selbst kreativ zu werden, aber noch nicht genau weiß wie, kann einen Tag, bzw. einige Stunden mit Dora verbringen. In einer Einführung wird zunächst erklärt und vorgeführt, welche Tricks und Hilfsmittel man als Zeichnerin je nach Stil am besten verwendet. „Als Erstes empfehle ich das Buch „Figuren zeichnen, Porträt und Anatomie des Menschen“, weil es ein netter Start in die Zeichenkunst ist und mich hat es damals selbst fasziniert “ . Im Anschluss sollte man einfach verschiedene Übertragungs- und Zeichentechniken selbst ausprobieren. „Ich habe selbst gerade eine spannende neue Phase, wo ich meine Zeichnungen nicht nur an die Haut empfehle. Ich zeichne und bemale Beutel, Shirts und meine alten Sneakers.
Die Idee von See another Life gefällt Dora sehr. "Es ist einfach für jeden etwas dabei“.